Derzeit verfügt Negometrix über 8 Formeln, die dem Einkäufer zur Verfügung gestellt werden, um das Angebot, das gewinnt zu bestimmen. Es handelt sich um die folgenden Formeln:


Der Einkäufer aktiviert dies, um auf verschiedene Arten abzuwiegen. Auf der anderen Seite können diese Formeln auch etwas abstrakt wirken. Im folgenden werden die wichtigsten Punkte pro Formel erläutert. Einige Aspekte sind gut zu wissen:

  • Qualitätsergebnis: Qualität wird auf Negometrix immer in Prozent ausgedrückt. Die max. erzielbare Punktzahl entspricht 100%, alles darunter wird anhand des vom Einkäufer festgelegten Verhältnisses dazu berechnet. Bei fast jeder Formel wird Qualität dann auch berechnet an Hand von [Gewichtung Qualität x bestimmte Punkte Qualität]
  • Gewichtung: In manchen Formeln ist die Rede von QG (Qualitätsgewichtung) und PG (Preisgewichtung). Diese sind der Formel zugefügt um ein genaues Verhältnis zwischen Qualität und Preis wiederzugeben.


Value for Money 50/50


Bei Value for Money 50/50 werden die Qualitätsprozente durch den Preis geteilt. Die Formel geht immer von einem gleichmäßigen Verhältnis zwischen Qualität und Preis aus. Das bedeutet, dass 10% mehr Qualität einen 10% höheren Preis rechtfertigt. 

Das das Ergebnis (vor allem bei einem hohen Preis) sehr klein sein kann, kann vom Einkäufer eine Konstante hinzugefügt werden, die das Ergebnis lesbarer macht. Diese Konstante gibt das beste Ergebnis an, wenn es in der Nähe des erwarteten Eingangspreises liegt (wodurch das Ergebnis um die 1 liegt). Die Partei mit dem schlussendlich höchsten erzielten Ergebnis gewinnt.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Die Formel ist leicht zu erklären
  • Intuitiv anzuwenden

Die Nachteile dieser Formel:

  • Es kann kein Preis/Qualitätsverhältnis eingegeben werden


NX Utility Index

Die NX Utility Index Formel ähnelt stark dem Value for Money 50/50. Auch hier werden die Qualitätsprozente durch den Preis geteilt. Die Partei mit der höchsten Indexziffer liefert die höchste Qualität pro Euro und ist daher der Gewinner.

Der Unterschied zu Value for Money 50/50 liegt im Preis/Qualitätsverhältnis. In dieser Formel kann man sehr wohl ein Verhältnis eingeben. Dies führt dazu, dass die Formel schwieriger zu entziffern ist. Trotzdem fühlt sich diese Formel sehr intuitiv an. Bei einem Verhältnis von 50/50 rechtfertigt 10% mehr Qualität auch einen 10% höheren Preis. Bei einem Preis/Qualitätsverhältnis von 40/60 bedeutet 10% bessere Qualität dann 20% weniger beim Preis.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Intuitiv anzuwenden
  • Preis/Qualitätsverhältnis kann eingestellt werden

Die Nachteile dieser Formel:

  • Auf den ersten Blick wirkt die Formel umständlich


Gewogener Faktor Methode

Bei der Gewogener Faktor Methode müssen vorab 2 variablen eingestellt werden, die sog. Psetmax und Psetmin. Zwischen diesen 2 Beträgen werden die Preispunkte angeordnet. Wenn der eingegebene Betrag höher als Psetmax ist, dann erhält der Anbieter 0 Punkte. Wenn der eingegebene Betrag niedriger ist als Psetmin, erhält der Anbieter ebenfalls 0 Punkte. In Negometrix kann man auch ein KO für Preise außerhalb des Spektrums einstellen.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Die Formel ist absolut und die Rangordnung daher nicht von den Angeboten mit dem niedrigsten Preis abhängig
  • Die Formel ist leicht zu erklären

Die Nachteile dieser Formel:

  • Die korrekte Anwendung dieser Formel erfordert gute Marktkenntnisse und Kenntnisse über voraussichtlich eingehende Preise
  • Durch die Wahl von Preis/Qualitätverhältnis UND die Wahl des Maßstabs entstehen 2 Parameter, die auf die Preisempfindlichkeit und dadurch die Rangordnung Einfluss haben


Wertorientierte Vergabe

Hierbei handelt es sich um eine einfache Formel. Alle Qualitätskriterien werden in der Vorbereitungsphase in Währung umgewandelt, wobei dann die vergegebenen Qualitätspunkte (in €) vom Totalbetrag abgezogen werden. Das Angebot mit dem niedrigsten fiktiven Preis ist der Gewinner.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Einfach zu erklären
  • Mehr Bewusstsein über den Einfluss der Vergabekriterien

Die Nachteile dieser Formel:

  • Es kann sich als schwierig erweisen, finanziellen Mehrwert eines Kriteriums zu bestimmen


Low Bid Scoring Formel 

Die Low Bid Scoring Formel verteilt die Punkte für Preise anhand des niedrigsten (besten) Preises. Das Angebot mit dem niedrigsten Preis erhält immer die max. Anzahl Punkte. Wenn ein Preis zweimal so hoch ist wie der niedrigste Preis, dann erhält dieser zweimal weniger Punkte. 


Die Vorteile dieser Formel:

  • Einfach zu erklären

Die Nachteile dieser Formel:

  • Die Formel ist relativ, was bedeutet, dass die Rangfolge abhängig ist von den eingereichten Angeboten mit dem niedrigsten Preis
  • Preis/Qualitätverhältnis nicht linear


Log Formel

Die Log Formel ist eine erweiterte Version des Low Bid Scorings. Sie ist ausgeweitet durch einen (vorab einzutragenden) Koeffizienten (Beiwert), um festzulegen, ab welchem Preis ein Angebot 0 Punkte erhält. Bei einem Koeffizienten von 2 wird ein Preis der zweimal höher als der niedrigste Preis ist 0 Punkte kriegen. Durch die Anpassung eines logarithmischen Maßstabs wird vermieden, dass die Rangfolge sich verändert, wenn das Angebot mit dem niedrigsten Preis weg fällt.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Die Formel ist absolut uns ist nicht vom Angebot mit dem niedrigsten Preis abhängig. Die Maßstabverteilung ändert sich aber dennoch. 

Die Nachteile dieser Formel:

  • Preis/Qualitätverhältnis nicht linear
  • Durch die Wahl von Preis/Qualitätverhältnis UND die Einstellung des Maßstabs entstehen 2 Parameter, die auf die Preisempfindlichkeit und dadurch die Rangfolge Einfluss haben
  • Nicht einfach zu erklären


Erzielte Punkte Fragebögen

Bei der Rangfolge durch erzielte Punkte in den Fragebögen handelt es sich um keine Formel. Diese Art der Verrechnung legt die Rangfolge basierend allein auf den erzielten Punkten in den Fragebögen fest. Die Preisliste ist leer und wird daher nicht mit berechnet. Das Ergebnis ist der Gesamtbetrag der Punkte aus den Fragebögen. Hierbei gilt lediglich: je mehr Punkte, desto besser das Angebot.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Einfach zu erklären

Die Nachteile dieser Formel:

  • Preise mit einzubeziehen ist schwierig(er) durch das Wegfallen der Preisliste


Super-Formel-Methode

Die Super-Formel berechnet das beste Ergebnis anhand eines vorab eingestellten Referenzkaders. Negometrix braucht 4 Variablen, um die Formel auszuführen. Eine dieser Variablen ist ein Standard (max. Qualität = 100%). In der Vorbereitung muss der Einkäufer folgende Einschätzungen machen:


  • Referenzpreis                        = Variable
  • Referenzqualität                    = Variable zwischen 50% und 100%
  • Maximale Qualität                  = 100%
  • Maximaler Preis bei 100%     = Variable


Der Gedanke hinter der Super-Formel ist, dass der Einkäufer eine starke Präferenz für das Referenzangebot hat. Ein teureres Angebot ist nur in Betracht zu ziehen, wenn dafür auch mehr Qualität geboten wird (daher nicht linear, sondern darüberhinaus extra). Im Ergebnis dieser Formel ist derjeniger mit dem niedrigsten Ergebnis der Gewinner.


Es wird angeraten, die Super-Formel nicht anzuwenden, ohne sich vorab genauer damit zu beschäftigen. Die Anwendung dieser Formel erfordert nämlich eine andere Denkweise. Die Idee ist, dass Vergabekriterien nur einen kleinen Teil der gesamten Qualität darstellen. Ein großer Teil der Gesamtqualität befindet sich bereits in den Anforderungen.


Die Vorteile dieser Formel:

  • Man braucht nicht immer ein 100% Qualitätsergebnis (wofür auch bezahlt werden muss), was durch diese Formel entmutigt. 
  • Anbieter werden durch diese Formel in Richtung des Referenzpreises/der Referenzqualität geschoben, wodurch weniger schnell überraschende Angebote entstehen

Die Nachteile dieser Formel:

  • Formel ist sehr schwer zu erklären
  • Die Vergabestelle muss vorab eine korrekte Preis- und Qualitätseinschätzung machen und einschätzen, welche Verhältnisse sich zwischen Preis und Qualität abspielen können